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Brückenschläge zwischen Alter und Neuer Musik 

Unter dem Titel "Wie im Himmel" präsentierte der Kammerchor Müllheim ein facettenreiches Programm / Wiederholung geplant

MÜLLHEIM. Seit Tagen restlos ausverkauft war das Konzert "Wie im Himmel" , das der Kammerchor Müllheim unter der Leitung von Albrecht Haaf in der Martinskirche veranstaltete. Unterstützt von den Markgräfler Kammersolisten sowie dem Jazztrio Mike Schweizer (Saxophon), Tilo Wachter (Schlagwerk) und Jörgen Welander (Tuba) sowie Jutta Haaf (Klavier, Harfe) präsentierte der Chor ein Programm mit "himmlischer Musik" der verschiedensten Epochen, zumeist arrangiert von dem genialen Albrecht Haaf.

Ein romantisches Arrangement für Chor, Solisten und Orchester setzte zum Auftakt einen faszinierenden Akzent. Die bekannten Weisen "Ich hab die Nacht geträumet" und "In einem kühlen Grunde" bezauberten im neuen Klangfarbenkleid. Ein schönes Tenorsolo von Winfried Meier-Ehrat rundete das Bild ab.

Drei romantische Lieder nach Texten von Eichendorff bezeugten die hervorragende A-cappella-Disziplin und das sichere Interpretationsvermögen des Kammerchores: "Im Walde" (Schubert), "Abschied vom Wald" und "Jagdlied" (Mendelssohn) boten typisch sehnsuchtsvolle Stimmungen mit unheimlichen Unterklängen. Ein instrumentales Intermezzo mit zwei Sätzen aus dem Streichquartett op. 168 von Schubert wurde vom Streichquartett der Markgräfler Kammersolisten mit feinem Gespür dargeboten und schuf einen ruhigen Übergang zu einem "Medley" aus "Schlagern" der Renaissance: "Belle qui tiens ma vie" verband auf geniale Weise Alte Musik, Kammertöne und jazzige Anklänge.

Zwei zauberhaften Melodien aus dem französischen Film "Les choristes" boten nicht nur musikalisch bewegende Eindrücke; ein choreographisches Kabinettstückchen waren die Papierflieger, die zum "Cerf volant" das Kirchenschiff in eine Kindertraumlandschaft verwandelten.

Traumhaft schön war auch das Solo, das Tilo Wachter auf dem Hang spielte; das Schlaginstrument, für das die karibische Steeldrum und die indische Ghatam Pate gestanden haben, entwickelte dann gemeinsam mit Klavier (Haaf) und Tuba (Welander) eine herrliche Collage aus Rhythmus und exotischer Melodik. "Stadtpfeifers Traum" schlug eine weitere überzeugende Brücke zwischen Alter und Neuer Musik.

Die Bemühungen einer Trollmutter, ihre elf kleinen Trolle zum Einschlafen zu bringen, wurde danach in dem schwedischen Wiegenlied "Trollmoors Vaggsong" auf rührende und zugleich witzige Weise umgesetzt.

Zum Finale gab es noch die Highlights: "Gabriellas Sang" aus dem schwedischen Film "Wie im Himmel" , mit einem anrührenden Solo von Ingela Herweg, begeisterte ebenso wie die "Kleine israelische Suite" mit Alexandra Zimber als beeindruckender Gesangssolistin. Wegen der großen Resonanz wird das Konzert am 10. Februar um 17 Uhr in der Martinskirche wiederholt.
Bianca Flier

Download: Flyer zum Konzert

 
 

 

 
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Mai 2009